Gelegenheitsjobs oder Saisonarbeit finden sich in Australien in der Regel schnell. Allerdings ist bei der Jobsuche
in jedem Fall Eigeninitiative, Einfallsreichtum und Selbstvertrauen gefragt. Das Working Holiday-Visum ermöglicht
zwar das Reisen und Arbeiten in Australien, darf aber nicht mit einer Jobgarantie verwechselt werden.
Neben großem Engagement hängt der Erfolg bei der Jobsuche auch von Qualifikation und Sprachkenntnissen ab. Während
bei Tätigkeiten wie dem Früchtepflücken englische Grundkenntnisse ausreichen, verlangt die Arbeit an einer
Hotelrezeption ein höheres Sprachniveau. Je besser die Englischkenntnisse, desto größer ist die Zahl der
Arbeitsmöglichkeiten. Wer sich in seinen Englischkenntnissen unsicher fühlt, kann in Australien zwischen einer
Vielzahl von Sprachkursen wählen. Diese können bereits von Deutschland aus über eine Agentur oder eigenständig gebucht
werden, aber auch vor Ort gibt es die Möglichkeit, sich direkt bei einer Sprachschule anzumelden.
Für höher qualifizierte und besser bezahlte Jobs wird normalerweise eine entsprechende Ausbildung verlangt. Ist eine solche vorhanden und wird in Australien anerkannt, muss man sich jedoch auf eine intensivere Suche gefasst machen. Qualifizierte Stellen sind oftmals auf längere Zeiträume als sechs Monate ausgerichtet und die muttersprachliche Konkurrenz schläft nicht. Auf jeden Fall ist es notwendig, sich mit dem australischen Bewerbungsprozedere vertraut zu machen. Die Unterschiede zwischen einer englischen und einer deutschen Bewerbung sollte man kennen. Im englischsprachigen Raum hat der Lebenslauf zum Beispiel eine größere Bedeutung als das Anschreiben. Dies dient vor Allem formalen Zwecken und weniger der eigenen positiven Vermarktung. Allerdings ist das Anschreiben auch in Australien, Neuseeland, England und den USA in den letzten Jahren immer wichtiger geworden.
Eine englische Bewerbung beinhaltet ein Anschreiben (Cover letter) und einen Lebenslauf (CV). Im englischen Lebenslauf wird kein Foto beigefügt und auf die Angabe des Geburtsdatums verzichtet. Anlagen wie Zeugnisse und Referenzen, die bei uns in Deutschland normalerweise mitgeschickt werden, werden in Australien nicht beigelegt. Besteht Interesse von Seiten des Unternehmens, fordert es weitere Unterlagen beim Bewerber an. Nach Versendung der Bewerbungsunterlagen heißt es in Australien aktiv zu bleiben und den Kontakt zum Unternehmen zu pflegen. Dies kann durch Telefonanrufe oder weitere Briefe geschehen. Dadurch wird dem Unternehmen starkes Interesse vermittelt.
Wird die Bewerbung persönlich abgegeben, muss mit einem 'on the spot' Interview gerechnet werden. Für den Arbeitgeber ergibt sich hiermit die perfekte Gelegenheit, dem Bewerber gezielt Fragen zu stellen, um zu entscheiden, ob dieser für die Position in Frage kommt und zu einem offiziellen Interview eingeladen wird. Mit einer guten Vorbereitung auf ein solches 'Spontan-Interview' hat man den Job schon fast sicher. Denn wie überall auf der Welt gilt: der erste Eindruck zählt.
Möchte man in Australien einen qualifizierten Job finden, ist es außerdem wichtig, sich möglichst früh zu bewerben – möglichst schon aus Deutschland.
Aber wie und wo lässt sich in Australien am besten ein Job finden? Es gibt natürlich die üblichen Methoden der Jobsuche in Tageszeitungen oder im Internet, wie man sie auch aus Deutschland kennt.
Es lohnt sich immer, einen Blick auf das berühmte „schwarze Brett“ zu werfen. Zu finden ist es in Hostels, Supermärkten, aber auch in Internetcafés und vereinzelt in Reisebüros. Dort werden mit zum Teil handgeschriebenen Zetteln Jobs angepriesen. Bei den meisten dort ausgehängten Angeboten handelt es sich um Gelegenheitsjobs und Saisonarbeit. Es gibt down under unzählige private Jobvermittlungsagenturen (recruitment agencies) und sie spielen eine viel größere Rolle als hierzulande. Die Arbeitsvermittler sind in allen denkbaren Branchen tätig und über ganz Australien verteilt. Vermehrt finden sich die Agenturen allerdings in größeren Städten wie beispielsweise Sydney und Melbourne. In den Gelben Seiten von Australien (yellow pages) kann man die Büros solcher Agenturen finden.
In Working Hostels werden Jobs (hauptsächlich als Erntehelfer) vermittelt und oftmals ist die Unterkunft dort sehr günstig. Für die Backpacker besteht dort die Option, in Wochen- bzw. Monatsraten zu zahlen. Meist zahlt man in australischen Hostels nämlich pro Nacht und zur Hauptsaison darf man teilweise nur maximal eine Woche in Hostels übernachten. Wer also Früchte ernten und dazu noch billig wohnen möchte, ohne sich um die Jobvermittlung kümmern zu müssen, ist in einem Working Hostel gut aufgehoben. Da die Hostels zum Teil außerhalb, nahe der Gemüseanbaugebiete liegen, ist es ratsam vorher anzurufen, um sicher zu stellen, dass es zur Zeit auch Jobs gibt. In Reiseführern wird manchmal bei den einzelnen Hostels vermerkt, ob sie Arbeit vermitteln.
Überregionale australische Zeitungen wie The Australian, The Daily Telegraph oder The Age, haben einen beachtlichen Stellenmarktanzeigenteil. Es lohnt sich auch, einen Blick in regionale Zeitungen zu werfen. Diese verfügen ebenfalls über Stellenangebote. Viele Zeitungen sind mittlerweile auch online verfügbar. Das bedeutet, dass man sich schon aus Deutschland die Stellenangebote in Australien ansehen kann.
Wie bei uns bieten das Internet und die darin vertretenen Jobbörsen ebenfalls gute Möglichkeiten, die passende Arbeit
ausfindig zu machen. Teilweise lässt sich auch das eigene Profil veröffentlichen, um auf diesem Weg einen Job finden.
Eine Übersicht verschiedener australischer Online-Jobbörsen findet sich hier:
http://www.stellenboersen.de/stellenboersen/international/australien/
Sehr hilfreich ist es, sich mit anderen Work & Travel-Reisenden auszutauschen, wenn man sich auf Jobsuche befindet. Im Hostel, besonders abends in der Küche oder in den Aufenthaltsräumen, kommt man schnell mit anderen ins Gespräch.
Durch den persönlichen Austausch lässt sich schnell herausfinden, wo gerade Personalbedarf besteht und welche Jobs besonders empfehlenswert sind. Außerdem können andere Backpacker vor unterbezahlten Jobs oder schlechten Arbeitsbedingungen warnen.